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John Ternus, neuer CEO von Apple

22. April 2026

Marco Fileccia

Das Bewerbungsgespräch mit John Ternus – wir waren dabei! (Die Kolumne)

Tja, nun wird er Boss, unser Ternus. Aber wie lief sein Bewerbungsgespräch mit Cook? Wie immer, unser Kolumnist hat beste Beziehungen in die Chefetage und kann berichten, wie es wirklich war. (Achtung! Satire!)

Apple Park. Ganz unten. Ein Schrauberkeller, der so aussieht wie im Fiebertraum eines Apple-Nerds. Prototypen stehen herum, 3D-Drucker spucken Aluminium, Techniker, Designer und Einkäufer stehen vor Modellen, schrauben, diskutieren, legen Hand an. Plötzlich ertönt ein kleiner Lautsprecher über der Türe: „Ternus bitte zum Chef“. Alle schauen erstaunt, wussten gar nicht, dass es diese Sprechanlage überhaupt gibt „Ternus bitte zum Chef“, wiederholt das quäkende Gerät, mit seinen runden Ecken und in schneeweiß ohne erkennbare Anschlüsse sichtbar von Ive gestaltet. John Ternus stutzt, zuckt mit den Schultern, wäscht seine ölverschmierten Hände notdürftig am Blaumann ab und macht sich auf den Weg. Ganz nach oben. Zum Chef.

Die Praktikantin Emily empfängt ihn noch vor der Türe, raunt etwas zu, das klingt wie: „Schlechte Laune!“ Sie hält das iPad bereit, für das Protokoll. Wie immer.

John: „Da bin ich, Boss. Was gibt´s? Wir schrauben gerade die Kameras an die Sonnenbrillen von Dolce&Gabbana – das sind die einzigen, die groß genug sind“ (lacht kurz auf).

Tim (druckst etwas herum): „Setz dich!“

John (setzt sich auf die Kante des Stuhls, weiß um seine verdreckte Arbeitskleidung)

Tim: „Wie lange bist du jetzt bei uns?“

John (ohne nachzudenken): „1. Juli 2001“

Tim (verwundert): Warum weißt du das auswendig?“

John: „Die Jungs von Meta wollten das wissen. Chef, wenn du mich rausschmeißen möchtest, kein Problem. Wie gesagt …“

Tim (unterbricht ihn): „Das Gegenteil, John. Vergiss Meta, was können die dir bieten, was wir nicht haben?“

John: „100 Millionen, keine Bürokratie, Badeurlaube in der Südsee, freie Hand in der Produktentwicklung, eine funktionierende Software, kein Maulkorb gegenüber der Presse, KI, die funktioniert, Sozialleistungen …“

Tim (unterbricht ihn wieder): „Ääähhh … hast du Lust Chef zu werden?“

John (steht auf): „Nein!“

Emily (notiert auf dem iPad ein großes N).

Tim (impulsiv) „Setz dich!“

John (setzt sich)

Tim: „Warum nicht? Du könntest hier oben die Aussicht genießen! Statt unten im Keller …

John: „Ich bin gerne im Keller.“

Tim: „Höre mir doch erstmal zu! Was stört dich an dem Job?“

John: „Muss ich um vier Uhr morgens aufstehen? Ich schlafe gerne aus!“

Emily (mischt sich ein, als sie merkt, dass der Boss zunehmend nervös wird angesichts der Aussicht, das hier noch länger machen zu müssen): „Nein. Arbeitsbeginn ist 10.30 Uhr, Ende um 13.15 Uhr).

John: „OK. Etwas mehr als jetzt, aber o.k. Muss ich Goldbarren ins Weiße Haus bringen?“

Tim: „Emily hatte eine fantastische Idee. Emily!“

Emily: „Wir machen einen Trick und schaffen einen neuen Posten. Tim wird nicht nur chairman of its board of directors, sondern executive chairman of its board of directors.“ (schaut stolz zu den beiden Besserverdienern, die irritiert gucken!)

Emily: „Tim geht einmal die Woche zu Trump!“

John: „Gut! Muss ich mit Uschi telefonieren?“

Emily: „Tim telefoniert mit allen aus der EU!“

John: „Machen wir wieder gute Partys mit Leuten statt diese langweiligen Werbefilmchen zur Keynote?“

Emily: „Du bist der Boss!“

John: „Gut! Was ist mein Gehalt?“

Tim: „Naja, Steve hat immer einen Dollar pro Monat … (unterbricht sich selbst) … mehr als bei Meta!“

John: „Gut! Habe ich freie Hand, darf ich dieses – wie nennen wir das – Glas-Zeug wieder loswerden?

Tim (windet sich etwas, denkt an Craig): „Wenn es sein muss!“

John: „Darf ich jederzeit in den Keller und dort schrauben?“

Emily: „Du bist dann der Boss!“

John: „OK – bin dabei. Aber nicht länger als 15 Jahre – das sage ich euch!“ (wendet sich zum Gehen und murmelt eine Liste) „Federighi raus, Glass raus, Abos abschaffen, Werbung raus, KI pushen, Keynotes live, Entwickler wertschätzen, SmartGlass rein …

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